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Was ist emotionale Intelligenz (EQ)?

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Was ist Intelligenz?

Der Begriff „Intelligenz“ leitet sich von den lateinischen Wörtern „intelligentia“ (die Einsicht, das Erkenntnisvermögen) und „intellegere“ (verstehen) ab. Intelligenz ist somit einerseits das Erkennen von neuen Zusammenhängen, andererseits die Fähigkeit des Menschen, neue Anforderungen und Gegebenheiten im alltäglichen Leben, sowie in ungewohnten Situationen, zu verstehen und bestmöglich zu bewältigen. Folglich kann Intelligenz mit Denk- oder Problemlösefähigkeit gleichgesetzt werden.

Was ist eine Emotion?

"Emotion ist jener Moment, wo der Stahl auf den Stein trifft und ein Funke herausgeschlagen wird: Emotion ist nämlich die Hauptquelle aller Bewusstwerdung" Carl Gustav Jung


Der Begriff „Emotion“ kommt vom lateinischen „emovere“, was „herausbewegen“ bzw. „in Bewegung versetzen“ bedeutet. Man kann also sagen, eine Emotion ist das, was uns äußerlich wie innerlich in Bewegung versetzt. Dieser Prozess macht sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar. Es werden einerseits bestimmte Denkweisen und Erwartungen hervorgerufen (kognitive Ebene), andererseits finden körperliche Veränderungen statt (physiologische Ebene). Außerdem verändern sich Gestik, Mimik, Körperhaltung und Motorik (Verhaltensebene) und schließlich treten Gefühle auf (Gefühlsebene).

Emotionen sind demzufolge nicht mit Gefühlen gleichzusetzen, wie es unwissentlich oft getan wird. Gefühle geben ausschließlich das subjektive Erleben und Beurteilen von Emotionen wieder. Dabei werden Denk- und Reflexionsprozesse ausgelöst, die angenehme von unangenehmen Gefühlen unterscheiden.

Immer wieder kommt es auch zu Verwechslungen zwischen Emotionen und Stimmungen. Stimmungen sind aber im Gegensatz zu den Emotionen dauerhafte Zustände, die in der Regel über keinen Auslöser verfügen.

Emotionen stehen bei Entscheidungsprozessen immer im Mittelpunkt, selbst wenn es sich um ein rein sachliches Thema handelt. Es ist demnach unmöglich, Gefühle und Verstand zu trennen. Emotionen sind Bestandteile eines Systems, das uns darin unterstützt (bewusst oder unbewusst), Situationen einzuschätzen und zu bewältigen. Sie beeinflussen entscheidend unser Denken und Handeln. Schließlich setzen Emotionen Impulse frei, die benötigt werden, um bestimmte Schwierigkeiten zu überwinden und die komplexe Umwelt zu begreifen. Infolgedessen gehören sie zu den Motiven unseres Agierens und haben eine wesentliche Bedeutung, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.

Im 19. Jahrhundert beschäftigte sich der Evolutionsbiologe Charles Darwin mit der Bedeutung der Emotionen für die Menschheit. Er war davon überzeugt, dass sie zu einem Überlebensvorteil führen, da sie dazu befähigen, gesammelte Erfahrungen kurzfristig abzurufen, um sich ein Urteil über neue Umstände zu bilden. Des Weiteren spielen sie eine zentrale Rolle bei der Erschaffung von Plänen und der Einschätzung von Risiken und Gefahren. Die individuelle Lebenserfahrung bestimmt hauptsächlich, welche Art von Reiz eine Emotion auslöst. Dabei reagieren sie schneller und unmittelbarer auf Gefahrensituation als der Verstand, indem sie den Körper veranlassen, sich zu schützen, zum Beispiel durch Flucht oder Erstarren. Die Fähigkeit, vorausschauend zu denken und zu handeln, und Emotionen stehen in einer engen Beziehung zu einander. Schließlich ermöglichen sie es auch, Folgen und Konsequenzen einer Handlung vorauszusehen beziehungsweise vorauszufühlen.

In der Kommunikation dienen Emotionen als wichtiges Verständigungsmittel zwischen Menschen. Die körperlichen Ausdrücke können Informationen über den derzeitigen Zustand geben, sowie Aussagen über zukünftiges Verhalten treffen. Somit sind in einer Konversation Mimiken, Gestiken etc. unentbehrlich für die Verständigung untereinander und die Einschätzung des Gegenübers.

Ein Zusammenhang zwischen Emotionen und Intelligenz lässt sich speziell in zwischenmenschlichen Beziehungen erkennen. Hierbei geht es zum einen darum, eigene Emotionen ins Denken und Handeln vorteilhaft zu integrieren, zum anderen in der Lage zu sein, die Emotionen anderer wahrzunehmen und mit diesen angemessen umzugehen. Diese Fähigkeiten bezeichnet man als emotionale Intelligenz, auf die im folgenden Abschnitt genauer eingegangen wird.


Emotionale Intelligenz - Emotion und Intelligenz gehören zusammen

In diesem Begriff bilden Intelligenz und Emotionen keinen Gegensatz mehr, sondern sind von gleicher Bedeutung. Die Abkürzung für die emotionale Intelligenz lautet EQ. Sie stammt vom englischen „emotional quality“ ab und bedeutet übersetzt „Qualität der Gefühle“.

 

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Was ist emotionale Intelligenz?

Wie aus der oben abgebildeten Wörterwolke deutlich hervorgeht, werden mit emotionaler Intelligenz eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Kompetenzen beschrieben. Johann Wolfgang von Goethe sprach zusammenfassend passenderweise von „Herzensbildung“.

Das besondere an der emotionalen Intelligenz ist, dass es dabei sowohl um den Umgang mit sich selbst geht, als auch um den mit anderen Menschen. Laut der Definition von David Golemanm 1998 ist emotionale Intelligenz „ die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die anderer zu erkennen, uns selbst zu motivieren und gut mit Emotionen in uns selbst und in unseren Beziehungen umzugehen.” Je bewusster sich ein Mansch über seine Emotionen und Vorstellungen ist, desto einfach ist es für ihn, erfolgreicher und verantwortungsvoller damit umzugehen. Und je besser ein Mensch die Handlungen, Gefühle und Gedanken anderer versteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er adäquat interagieren kann. Somit ist es die emotionale Intelligenz, die es uns überhaupt erst möglich macht, Situationen und unser Gegenüber einzuschätzen. Sie macht uns handlungsfähig. Emotionaler Intelligenz macht es uns möglich, mit Gefühlsimpulsen umzugehen und diesen gegebenenfalls auch zu widerstehen. Das passiert mit Hilfe der Selbstbeherrschung, die vor allem dazu dient, Affekthandlungen zu bremsen. Weiters ist die emotionale Intelligenz für ein positives Selbstbild verantwortlich. Aus Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit bildet sich ein überzeugendes Selbstwertgefühl. Zusammengefasst kann man also sagen, dass es dabei um Selbstmanagement und Selbsterfahrung auf der einen Seite und um Kompetenzen im Umgang mit anderen Manchen auf der anderen Seite geht.

Nach Goleman sind für die emotionale Intelligenz folgende fünf Bereiche entscheidend:

//Selbstbewusstheit

Gemeint ist die realistische Einschätzung der eigenen Persönlichkeit, also das Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Motive und Ziele, aber auch das Bewusstsein über die persönlichen Stärken und Schwächen.

//Selbststeuerung

Als Selbststeuerung wird die Fähigkeit bezeichnet, die eigenen Gefühle und Stimmungen durch einen inneren Dialog zu beeinflussen und zu steuern. Mit dieser Fähigkeit sind wir unseren Gefühlen nicht mehr nur einfach ausgeliefert, sondern können sie konstruktiv beeinflussen.

//Motivation

Sich selbst motivieren zu können heißt, immer wieder Leistungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit aus sich selbst heraus entwickeln zu können. Wer sich selbst motivieren kann, findet immer wieder Kraft zum Weitermachen und verfügt auch über eine höhere Frustrationstoleranz.

//Empathie

Empathie beschreibt Einfühlungsvermögen und meint damit das Vermögen, sich in die Gefühle und Sichtweisen anderer Menschen hineinzuversetzen. Es geht darum, Mitmenschen in ihrem Sein wahrzunehmen und ihnen mit Respekt entgegenzutreten.

//Soziale Kompetenz

Darunter versteht man u.a die Fähigkeit, Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen und solche Beziehungen auch dauerhaft aufrecht erhalten zu können. Gemeint ist also ein gutes Beziehungs- und Konfliktmanagement, aber auch Führungsqualitäten oder das Vermögen, funktionierende Teams zu bilden und zu leiten.

 

In der Literatur findet man außerdem noch den Begriff der Kommunikation, der als Kompetenz für die emotionale Intelligenz entscheidend ist:

//Kommunikation

Gemeint sind damit zwei Dinge: einerseits die Fähigkeit, sich klar und verständlich auszudrücken und somit sein Anliegen deutlich und transparent zu übermitteln; andererseits ist damit die Fähigkeit gemeint, anderen Menschen aktiv und aufmerksam zuhören zu können, und das, was sie sagen, zu verstehen und einzuordnen.

 

Nutzen der emotionalen Intelligenz

Menschen mit einer hohen emotionalen Intelligenz sind beruflich und privat oft erfolgreicher als andere. Sie können gut mit Menschen umgehen und verfügen deswegen oft über Führungsqualitäten. Eine emotionale Intelligenz im Alltag ermöglicht es Ihnen, gut mit Ihrem Partner und Familienmitgliedern zu harmonieren, Konflikte konstruktiv zu meistern und mit sich selbst und anderen Menschen gut auszukommen. Emotional intelligente Menschen können aktiv zuhören und akzeptieren ihre Mitmenschen so wie sie sind. Damit sind sie meist sehr beliebt und pflegen tiefgehende Beziehungen und Freundschaften. Sie sorgen aber auch gut für sich selbst und sind deshalb meist zufrieden und ausgeglichen.