Filmtip // Alles steht Kopf

Wer kennt das nicht? Du bist verärgert oder traurig, aber dein Gegenüber sagt Dir Sätze wie "Du hast doch gar keinen Grund traurig/verärgert zu sein" oder noch schlimmer "Jetzt stell dich doch nicht so an". Durch solche Aussagen fühlt man sich oft noch schlechter als zuvor. 

Besser wäre es mit der Emotion in Resonanz zu gehen, um dein Gegenüber dort abzuholen, wo es sich emotional gesehen befindet. Nur das ermöglicht eine effektive und wertschätzende Kommunikation. Dieses Prinzip funktioniert auch bei Emotionen, die nicht so klar gezeigt werden. Durch einen geschärften Blick kannst Du auch minimale und schnelle emotionale Signale, wie Mikroexpressionen, erkennen. Das Erkennen von mimischen Signalen ist für jeden, zum Beispiel mit Mimikresonanz erlernbar (Wie auch du es lernen kannst, erfährst du hier).  Disney hat das Thema in seinem aktuellen Kinofilm "Alles steht Kopf" (OT: Inside OUT) aufgegriffen. 

 

 

ifeq alles steht kopf filmtipDisney geht erstmals einen Schritt weiter. Ein animierter Film für Groß und Klein über unsere Emotionen und deren Wirkung. Wie kann man sich das vorstellen? Farbenfroh, facettenreich, emotional und erstaunlich tiefsinnig. Eins ist mal klar, die Perspektive des Films ist absolut Disney-untypisch. Denn üblicherweise konzipieren die Filmemacher Geschichten, die Emotionen und Gefühle auslösen sollen. „Alles steht Kopf“ macht nun erstmals die Emotionen selbst zum Thema. Und nicht nur das: Er analysiert und reflektiert auch ihre Bedeutung, und zwar mit fachlicher Unterstützung. Disney wagt sich dazu erstmals etwas tiefer in die Wissenschaft.

Disney, besser gesagt Pixar (die Animationsfirma, die der Disney-Konzern aufgekauft hat) rühmt sich gern mit aufwendigen Recherchen, vorallem wenn es um optische Details geht. Schon bei der Produktion von „Toy Story“ etc. nutzte man das Wissen rund um das Thema Mikromimik von dem Psychologen Paul Ekman und codierte die Figuren nach dem F.A.C.S. (Facial Action Coding System). Jetzt ging der Regisseur von "Alles steht Kopf", Pete Docter, noch einen Schritt weiter. Er engagierte für den Film nun zwei Experten auf dem Gebiet der Emotionen, die Psychologen Paul Ekman und Dacher Keltner. Aussagen von Pixar zufolge, sei deren Wissen das Fundament der Handlung. Damit der Film realisiert und umgesetzt werden konnte, haben sich die Filmemacher laut Angaben intensiv mit der menschlichen Psyche beschäftigt. Der bunte Zeichentrickfilm kommt also mit einem hohem Anspruch daher. Ob er dem gerecht werden kann, wird sich zeigen. Ganz gleich ob Pixar die Erwartungen erfüllt oder nicht, eines haben die Filmemacher aus dem Hause Disney auf alle Fälle geschafft: Ein Bewusstsein und -werden über unsere Emotionen - und das auf lustige und kindgerechte Art und Weise.

In diesem Sinne wünschen wir euch viel Spaß beim Ansehen. 

 

"Die zentrale Botschaft des Films ist, dass wir auf Emotionen angewiesen sind.
Sie helfen uns,auf die Welt zu reagieren, sie wollen uns nichts Böses"

Dacher Keltner (Psychologe) 

 

 

Hier ein Beitrag von Dirk W. Eilert zum Film "Alles steht Kopf":

 

 

 

Kurzbeschreibung:

Die elfjährige Riley wird plötzlich aus ihrem bisherigen Leben im mittleren Westen gerissen, als ihr Vater einen neuen Job annimmt. Diese berufliche Veränderung bringt die Familie nach San Francisco und die Gefühle der Tochter ganz schön durcheinander. Wie alle Menschen wird auch Riley von ihren Emotionen geleitet: Freude, Angst, Wut, Ekel und Traurigkeit leben im Kontrollzentrum von Rileys Verstand, von wo aus sie dem jungen Mädchen Ratschläge erteilen und ihr zur Seite stehen. Doch nach dem Umzug haben Riley und ihre Gefühle Probleme mit dem Leben in der fremden Stadt und es geht turbulent zu in der innerlichen Kommandozentrale ihrer Emotionen. Obwohl Freude versucht, positiv zu bleiben, kriegen sich die Gefühle darüber in die Köpfe, wie sie Riley am besten durch den veränderten Alltag in der neuen Stadt, dem neuen Haus und der neuen Schule navigieren.

 

 

 

Hier der Trailer zum Film:

 

 

 

 

 

Tags: Sprache der Mimik, Mimikresonanz Österreich, Emotionen sehen, Institut für emotionale Intelligenz, IfEQ, Alles steht Kopf, Filmtip, Emotion, Ekman